Vielleicht kennst du diesen inneren Dialog.
Du weißt eigentlich genau, was dir guttun würde. Mehr Pausen. Regelmäßiger essen. Früher schlafen gehen. Dir zwischendurch Raum nehmen.
Und trotzdem passiert es nicht.
Nicht, weil du es nicht willst. Nicht, weil du es nicht besser weißt. Sondern weil es im Alltag immer wieder untergeht.
Viele Frauen beschreiben genau das als besonders frustrierend. Nicht das fehlende Wissen ist das Problem – sondern die Lücke zwischen Wissen und Tun.
Und oft folgt darauf ein leiser, aber hartnäckiger Gedanke: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Warum Wissen allein nichts verändert
Wir leben in einer Zeit, in der Informationen überall verfügbar sind. Tipps, Routinen, Empfehlungen – für fast alles.
Das führt leicht zu der Annahme, dass Veränderung nur eine Frage von Wissen ist.
Wenn ich nur wüsste, was richtig wäre, dann würde ich es auch umsetzen.
Doch genau hier liegt ein Missverständnis.
Wissen verändert Verhalten nur selten direkt. Vor allem dann nicht, wenn Alltag, Energie und emotionale Kapazität nicht mitgedacht werden.
Du kannst sehr genau wissen, was dir guttun würde – und trotzdem keine Kraft haben, es umzusetzen.
Das ist kein Widerspruch. Das ist menschlich.
Die unsichtbare Hürde im Alltag
Zwischen Wissen und Handeln liegt oft etwas, das schwer greifbar ist.
Entscheidungsmüdigkeit. Überforderung. Zu viele offene Enden.
Dein Alltag verlangt ständig kleine und große Entscheidungen von dir. Was zuerst? Was jetzt noch? Was kann warten?
Und irgendwann ist diese innere Kapazität erschöpft.
Dann fühlt sich selbst etwas Gutes wie eine zusätzliche Aufgabe an.
Nicht, weil es an sich zu viel wäre – sondern weil dein System bereits voll ist.
Warum Alles-oder-Nichts hier besonders blockiert
Wenn wir wissen, was uns guttun würde, setzen wir die Messlatte oft unbewusst sehr hoch.
Dann geht es nicht mehr um einen kleinen Schritt, sondern um das „richtige“ Umsetzen.
Nicht um etwas. Sondern um alles.
Und genau hier entsteht Blockade.
Wenn der innere Anspruch größer ist als das, was im Alltag gerade möglich ist, passiert oft gar nichts.
Nicht aus Widerstand. Sondern aus Schutz.
Alltag schlägt Idealzustand
Viele gute Vorsätze scheitern nicht an mangelndem Willen, sondern an der falschen Ausgangsbasis.
Sie orientieren sich am Idealzustand.
An Tagen mit Energie. Mit Zeit. Mit innerer Ruhe.
Doch Veränderung, die bleiben soll, muss am Alltag anknüpfen – nicht am Ideal.
Ein Schritt, der nur an guten Tagen möglich ist, ist im Alltag kein verlässlicher Schritt.
Er ist zu groß angesetzt.
Warum kleine Entscheidungen so viel verändern
Große Vorsätze brauchen große Entscheidungen. Und genau das macht sie so anstrengend.
Kleine Schritte hingegen reduzieren die innere Hürde.
Sie brauchen weniger Energie. Weniger Abwägen. Weniger inneres Verhandeln.
Und genau deshalb werden sie eher umgesetzt.
Nicht, weil sie besser sind – sondern weil sie machbarer sind.
Und Machbarkeit ist im Alltag entscheidend.
Der Unterschied zwischen „wissen“ und „tragen können“
Es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied zwischen dem, was du weißt, und dem, was du im Moment tragen kannst.
Vielleicht weißt du, dass dir ein Spaziergang guttun würde.
Aber dein System ist gerade so voll, dass selbst das wie zu viel wirkt.
Das heißt nicht, dass der Spaziergang falsch ist.
Es heißt nur, dass der Zeitpunkt oder die Form gerade nicht passt.
Ein anderer Blick auf Umsetzung
Statt dich zu fragen, warum du etwas nicht machst, kannst du dich etwas anderes fragen:
Was davon wäre heute klein genug, um sich nicht wie eine zusätzliche Aufgabe anzufühlen?
Vielleicht ist es nicht der Spaziergang, sondern kurz ans offene Fenster treten.
Nicht die neue Routine, sondern ein einzelner Moment der Aufmerksamkeit.
Nicht das Durchziehen, sondern das Wahrnehmen.
Konsistenz beginnt vor der Handlung
Konsistenz entsteht nicht erst im Tun.
Sie beginnt dort, wo du ehrlich einschätzt, was gerade möglich ist.
Ohne Bewertung. Ohne Vergleich. Ohne Druck.
Wenn du aufhörst, dich selbst zu überfordern, wird Umsetzung oft wieder möglich.
Leiser. Unauffälliger. Aber tragfähig.
Ein sanfter nächster Schritt
Wenn du merkst, dass du oft weißt, was gut für dich wäre, es aber nicht umsetzt, dann nimm das nicht als Kritik an dir selbst.
Nimm es als Hinweis.
Vielleicht ist der nächste Schritt nicht, mehr zu tun.
Sondern kleiner zu werden.
Und genauer hinzuschauen, was dein Alltag gerade wirklich tragen kann.
Wenn du das Thema lieber hören möchtest: In der aktuellen Podcastfolge spreche ich darüber ganz in Ruhe und mit Beispielen aus dem Alltag.













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